Handbike
Die Leichtathletikabteilung des RSKV (Rollstuhl- Sport und Kulturverein) Tübingen ist so alt wie der Verein selbst. Im Jahr 2012 - 32 Jahre !!
Dominierten zu Beginn der Entwicklung des Rollstuhlsports noch die technischen Übungen wie Kugelstoßen, Speerwerfen und Diskuswerfen, so werden heute fast nur noch die Fahrdisziplinen ausgeübt.
Die traditionelle Sportart des Rennrollstuhlfahrens wird heute im RSKV nicht mehr ausgeübt.
Unsere Aktivitäten haben sich voll auf das Rollstuhlbike konzentriert.
Einige von uns haben Bikes, die an den Normalrollstuhl angebaut werden, der überwiegende Rest der Gruppe verwendet die sogenannten Rennbikes.
(Unter "Bilder" gibt es hierzu einiges zu sehen)
Die von uns bestrittenen Wettbewerbsstrecken liegen zwischen 5.000 Meter und 177 km.
(z.B. rund um den Genfer See.)
Während der Sommerzeit treffen wir uns immer montags gegen 17:00 Uhr auf dem Parkplatz neben der Bäckerei Gehr in Tübingen, nähe Westbahnhof.
An unseren Trainingsabenden beteiligen sich gelegentlich auch Nichtbehinderte.
Ob Fahrrad-, Rollstuhl- oder Handbikefahrer, wir freuen uns über alle Teilnehmer!
Interessenten informieren sich einige Tage vorher über den genauen Trainingsbeginn beim Verein.
Aktuelles vom Handbike
Tübinger Erbelauf 2025
Johannes Hänle bei der WM in Huntsville/ Alabama/ USA
Mit der deutschen Nationalmannschaft ging es für mich am Samstag, 29. August, von Frankfurt über Atlanta in die USA nach Huntsville. In den sechs Tagen vor den Wettkämpfen war Akklimatisieren an das sehr warme Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit und Gewöhnung an die Zeitzone angesagt.
Dienstags spürte ich erste Erkältungssymptome. Es stellte sich heraus, dass ich mir trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen, ich war ja durch solche Zwischenfälle diese Saison bereits gebrandmarkt (während des Flugs trug ich vorsichtshalber Maske, versorgte mich mit Nasenspray und desinfizierte mir oft die Hände), eine Erkältung eingefangen hatte - vermutlich durch die Klimaanlagen in den Hotels hier in den USA.
Ich entschied mich trotzdem zu starten, da die Symptome unter Kontrolle waren.
Freitags, im verhältnismäßig langen Zeitfahren auf einer flachen Strecke bei ca. 38 Grad fühlte ich mich in der ersten Runde bei ca. 20 Minuten ganz gut, bis mir überraschenderweise ab Runde 2 krampfende Unterarme einen Strich durch die Rechnung machten. Eigentlich hatte ich erwartet, dass das die Erkältung erledigt. Vor zwei Monaten hatte ich meine Griffe gewechselt, im Training war das Problem allerdings nie so stark und eher selten aufgetreten.
An dieser Stelle Gratulation an Daniel Ulmann, der mit dem dritten Platz im Zeitfahren den bedeutendsten Erfolg der letzten Jahre bei den deutschen Handbikern feiern durfte.
Für das Straßenrennen am Sonntag habe ich dann sicherheitshalber die alten Griffe montiert, die ich zum Glück als Ersatz dabei hatte. Die Streckenführung wurde für das Straßenrennen geändert. Das änderte jedoch nichts an der Charakteristik des flachen Kurses. So formte sich eine ca. 13-köpfige Spitzengruppe mit allen Favoriten. Das Rennen war von vielen Positionskämpfen geprägt, ich versuchte zwar in Runde 3-4 immer wieder eine kleinere Ausreißergruppe zu initiieren, was aber vergebens war. In Runde 5 stand der Zielsprint an. Kurz vorher musste ich noch eine Lücke schließen, die ein Fahrer vor mir aufgehen lassen hatte (wodurch sich meine Chancen noch weiter schmälerten, da ich ohnehin kein richtiger Sprintertyp bin). Platz 9 wurde es dann zum Schluss.
Ein großes Dankeschön richte ich an das deutsche Betreuerteam, die uns bei den subtropischen Temperaturen mit einer ausgeklügelten Kühlstrategie vor und während des Rennens herunterkühlten.
Mit gemischten Gefühlen steht nach der Weltmeisterschaft eine ca. zweiwöchige Pause an, bis die Vorbereitung für die neue Saison 2027 startet.
Johannes Hänle
Fotos: Peter Maurer / DBS , Videos: Constanze Loser. Vielen Dank :)
Zeit und Straßenrennen
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Straßenrennen/Zieleinfahrt/ HD
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Worldcups 2026 in Belgien und Italien
Johannes Hänle
Zwei Wochen Weltcup-Programm
Vom 28. April bis 9. Mai standen die zwei europäischen Paracycling-Worldcups in Belgien und Italien an. Ein Erfahrungsbericht von Johannes Hänle.
Nach meiner zweiwöchigen Vorbereitung im Trainingslager mit der Nationalmannschaft auf Mallorca, welches eine Woche vor den Weltcups endete, fing ich mir ein ordentliches Magen-Darm-Virus mit Fieber ein. Ausschlaggebend war vermutlich das Hotelessen am letzten Tag, einen Teamkollegen hatte es ebenfalls erwischt. So konnte ich in der finalen und letzten Vorbereitungsphase die Trainingseinheiten nicht wie geplant durchziehen, sondern lag drei Tage im Bett. Für zukünftige Trainingslager so kurz vor sportlichen Meilensteinen muss ich mir ganz genau überlegen, ob ich dieses Risiko nochmal eingehen möchte. Zum Vergleich: Über den letzten Winter bin ich mit nur zwei Erkältungstagen gekommen.
Woche 1 Belgien – Gistel (28.-30. April):
Die erste Weltcupwoche in Belgien begann für mich am Dienstag mit dem Zeitfahren. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch immer auf Schonkost unterwegs. Allgemein war ich unsicher was vom Essen überhaupt „im Körper“ ankam.
Die Strecke war insgesamt 20,4 Kilometer lang mit zwei ordentlichen Gegenwindpassagen. Die geplanten Wattwerte konnte ich mal mehr und mal weniger in der ersten Runde halten, in der zweiten Runde bin ich allerdings eingegangen. Überraschenderweise sprang für mich bei diesem Zeitfahren trotzdem der sechste Platz heraus. Die Abstände zu den üblichen Verdächtigen der internationalen Konkurrenz waren mir allerdings schon zu groß. Es haben ziemlich sicher 1-2 Prozent aufgrund der Krankheit gefehlt.
Am Ruhetag nach dem Zeitfahren bin ich mit Schmerzen im Hals-Nasen-Bereich aufgewacht. Klare Anzeichen der Belastung. Das dachte ich jedenfalls zu dem Zeitpunkt. Am Morgen des Straßenrennens am Donnerstag stellte sich heraus, dass es sich um eine Erkältung handelte. Das zeigte mir, dass ich im Zeitfahren schon ans körperliche Limit gegangen war. Ich vermute, zu dem Zeitpunkt war mit der anderen Krankheit mein Immunsystem einfach komplett geschwächt. Immerhin konnte ich langsam anfangen, wieder normal zu essen. Unter normalen Umständen wäre ich auch mit Erkältung an den Start gegangen, aber ich entschied mich, das Straßenrennen auszusetzen, um wenigstens wieder einigermaßen fit für den kurz darauf anstehenden Weltcup in Italien zu sein.
2
Woche 2 Italien – Montesilvano Abruzzen (07.-09. Mai):
Einmal 2000 Kilometer quer durch Europa von Belgien, mit drei Tagen Regenerationsstopp daheim, galt es zu bewältigen. Durch die Erkältung brachte ich die Tage zuhause mit viel geringerer Trainingsintensität hinter mich. Ich habe zwar leicht trainiert, aber damit man das Ganze nicht verschlimmert, ist das Training in so einer Situation einfach ein Ritt auf der Rasierklinge.
So startete ich donnerstags noch leicht verschnupft aber mit gutem Gefühl in das Zeitfahren. Das Pacing war aufgrund der Krankheit und meiner Probleme in Belgien konservativer als gewohnt angesetzt. Die Power konnte ich gut umsetzen und in der zweiten Runde sehr gut steigern. Obwohl die Form und die Leistung deutlich besser als in der Woche zuvor waren, wurde es Platz 8. Die Strecke war mit ca. 15 Kilometern eher kurz, da kann man sich auf diesem Niveau kein konservatives Pacing in der ersten Runde leisten. Durch die Kürze der Strecke rückten die Zeiten etwas näher zusammen. Vielleicht auch deshalb war mein Abstand auf die Konkurrenz sehr gut, nur etwa 20 Sekunden fehlten mir auf Platz 2.
TT Montesilvano
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Beim Straßenrennen am Samstag ging es vor allem darum, an kritischen Stellen der Strecke weit vorne im Feld positioniert zu sein. Das ist mir in der ersten Runde auch gut gelungen. Im Übergang von der ersten zur zweiten Runde befand ich mich wie geplant an vierter Position als ein Konkurrent aus Russland mit einem viel zu ambitionierten Move von Position 3 auf 2 eine Kurve zu schnell nahm und stürzte. Mein Vordermann, ich und viele weitere Fahrer fuhren in den Sturz hinein. Ich lag kurz auf der Seite, konnte mich aufstützen und mit leichten technischen Problemen (ein Schleifen am Rad und ein herunterhängender Trinkschlauch) die Verfolgung aufnehmen. Jene Fahrer, die weniger schlimm in den Sturz involviert waren, bildeten schnell die Spitzengruppe. Zusammen mit drei anderen Fahrern versuchte ich nun, in einer Verfolgergruppe über fünf Runden die Lücke zur siebenköpfigen Führungsgruppe zu schließen. Der Abstand blieb mit 30 bis 60 Sekunden konstant. Im Kampf um Platzierungen attackierte Marvin Odent in der letzten Runde immer wieder unsere Gruppe. Ich konnte die Attacken mitgehen und im Zielsprint gegen ihn noch Platz 8 sichern.
RR Montesilvano
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Alles in Allem waren die Rennen durch Pech und Krankheit sehr durchwachsen und leider konnte ich meine persönlichen Ziele leistungs- als auch platzierungstechnisch nicht erreichen.
Danke an die Nationalmannschaft und alle anderen Beteiligten, die mich bei den Rennen unterstützt haben!
Johannes Hänle
Hier gehts zum Bericht des WBRS
Fotos/ Videos: Drew Kaplan, Ilse VDB Photograhy, Team Go Fast und AbruzzoLiveTV. Vielen Dank !
Fachwart Handbike
Hans Albert Werkmann
Tel.: 00491728318014
E-Mail: h.a.werkmann@online.de
Übungsleiter:
Hans Albert Werkmann























